Aktuelle Lehrveranstaltungen aller Lehrender des Philosophischen Seminars

(HS) Ramanuja, Sribhasya

Michael Gerhard

Kursnummer: 05.127.190

Digitale Lehre


Beachten Sie bitte, dass je nach aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen und gesundheitspolitischen Vorgaben das Lehr- u. Prüfungsangebot grundsätzlich neugestaltet werden kann und Ihre Anmeldzusagen nichtig werden (Corona-Verordnung).

Wir werden Ihnen in solch einem Fall natürlich weitest möglich entgegenkommen.


 

Zusätzliche Informationen


Dieses Seminar ist leseintensiv!

Keine Klausur, keine mündlichen Prüfungen, keine Referate!

Die Überprüfung der „aktiven Teilnahme" im Sinne des Prüfungsrechtes (§5 (3) BaPo/BEdPo) findet in Form von „schriftlich zu bearbeitenden Aufgabenstellungen zu den Lesevorgaben der angesetzten digitalen Seminartermine" („Vorabprotokolle") als Dokumentation der textlichen und inhaltlichen Seminarbeteiligung sowie durch die verpflichtende regelmäßige „aktive Teilnahme" an einem Diskussionsforum in „LMS] moodle" statt.

Beachten Sie nach Ihrer Anmeldung bitte REGELMÄSSIG die Terminierungen und Informationen zu den einzelnen Sitzungen in der Rubrik „Übersicht der Kurstermine" und in „LMS] moodle".

 

Inhalt


Viele Philosophen des Vedanta proklamieren in der einen oder anderen Form sowohl eine Identität als auch eine Verschiedenheit zwischen jiva (Individualselbst), samsara (phänomenale Welt) und brahman (Transzendenzselbst). Ramanuja (vermutl. 1050-1137) lehnt dies zwar nach außen hin ab, versucht aber auf eine ganz eigene Weise, sowohl an der Identität als auch an der Verschiedenheit festzuhalten. Bei der Interpretation all dieser Systeme ist es üblich geworden, von „Identität(-in-der)-Nichtidentität" (bhedabheda), zu sprechen, einem Begriff der spekulativen Vernunft, welcher sowohl die Idee der Identität als auch die der Verschiedenheit als durchsichtig füreinander ansieht, um so Identität wie auch Verschiedenheit bewahren zu können.

In dieser Tradition stehend, sprechen manche Denker des Vedanta der Identität den Vorrang zu. Ramanuja dagegen fasst die Nichtidentität, die Verschiedenheit primär und die Identität sekundär auf. An vielen Stellen seines Hauptwerkes Sribhasya lehnt er sogar die Theorie des bhedabheda kategorisch ab. Doch ist sein Ansatz einer „Nicht-Zweiheit mit Eigenschaften" (visistadvaita) im Grunde eine interessante Neuinterpretation eben dieses bhedabheda.

Das Seminar führt in die Gedankenwelt des Veda, der Upanisaden und der Bhagavadgita ein, um sich von hier aus einen Überblick über die Vedanta-Philosophie zu erarbeiten. Explizit wird hieran der Visistadvaitavedanta am Beispiel von Ramanujas Brahmasutra-Kommentar Sribhasya vorgestellt und im Ausklang seine Relevanz für das indische Denken im 20. Jahrhundert mit Bhagavan Das diskutiert.

Ziel ist das Aufzeigen von erkenntnistheoretischen, anthropologischen und religionsphilosophischen Fragestellungen im interkulturellen Kontext und die Problematisierung der Frage, in wie weit fremdkulturelle Ansätze dem eigenen philosophischen Denken im Abendland dienlich sein können.

 

Voraussetzungen / Organisatorisches


Die Vorablektüre meines Beitrages „Religionsphilosophie in Indien" (s. Sekundärliteratur) ist unerlässlich und wird vorausgesetzt.

Die intensive Textkenntnis wird zu Beginn jeder Seminarstunde vorausgesetzt und im Sinne der „aktiven Teilnahme" überprüft.

 

Empfohlene Literatur


Primärliteratur:

  - Rudolf Otto (Hrsg.): Siddhanta des Ramanuja. Ein Text zur indischen Gottesmystik. Mohr: Tübingen 1923, 2. Auflage (Übersetzung des ersten Abschnitts des Sribhasya).
  - Auszüge aus Veda-, Upanisad- u. Bhagavadgita-Textstellen 

Sekundärliteratur:

  - Encyclopaedia of Indian Philosophers. Vol. 5. Edt. by Subodh Kapoor. Cosmo: New Delhi 2002.
  - Encyclopedia of Indian Philosophies. Vol. XV. Edt. by M.M. Agrawal, Karl H. Potter. Motilal Banarsidass. Delhi 2013.
  - Gerhard, Michael: Religionsphilosophie in Indien. In: Grätzel/Kreiner: Religionsphilosophie. Stuttgart, Weimar 1999, S. 239-284
  - Oberhammer, Gerhard (Hg.): Materialien zur Geschichte der Ramanuja-Schule:
         III:    Yadavaprakasa, der vergessene Lehrer Ramanujas. ÖAW: Wien 1997.
         IV:    Der „Innere Lenker“ (antaryami). Geschichte eines Theologems. ÖAW: Wien 1998.
         V:     Zur Lehre von der ewigen vibhuti Gottes. ÖAW: Wien 2001.
         VIII:  Zur Eschatologie der Ramanuja-Schule vor Venkatanatha. ÖAW: Wien 2010.
         IX:    Der atman als Subjekt in der Theologie Ramanujas. ÖAW: Wien 2008.
  - Ruben, Walter: Die Philosophen der Upanishaden. A. Francke: Bern 1947.

 

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt
13.04.2021 (Dienstag)08.15 - 09.45 UhrOnline
20.04.2021 (Dienstag)08.15 - 09.45 UhrOnline
27.04.2021 (Dienstag)08.15 - 09.45 UhrOnline
04.05.2021 (Dienstag)08.15 - 09.45 UhrOnline
11.05.2021 (Dienstag)08.15 - 09.45 UhrOnline
18.05.2021 (Dienstag)08.15 - 09.45 UhrOnline
25.05.2021 (Dienstag)08.15 - 09.45 UhrOnline
01.06.2021 (Dienstag)08.15 - 09.45 UhrOnline
08.06.2021 (Dienstag)08.15 - 09.45 UhrOnline
15.06.2021 (Dienstag)08.15 - 09.45 UhrOnline
22.06.2021 (Dienstag)08.15 - 09.45 UhrOnline
29.06.2021 (Dienstag)08.15 - 09.45 UhrOnline
06.07.2021 (Dienstag)08.15 - 09.45 UhrOnline
13.07.2021 (Dienstag)08.15 - 09.45 UhrOnline

Semester: SoSe 2021