Aktuelle Lehrveranstaltungen aller Lehrender des Philosophischen Seminars

(V) Einführung in die Ältere Philosophiegeschichte II: Spätantike/Frühmittelalter – Selbst und Selbsterkenntnis

PD Dr. Dr. Stefan Seit

Kurzname: V Selbst
Kursnummer: 05.127.025

Voraussetzungen / Organisatorisches

ALLGEMEINE Hinweise zur Durchführung der Veranstaltungen im Bereich Ältere Philosophiegeschichte

Auch im SoSe 2021 werden wegen der COVID-19-Pandemie Lehrveranstaltungen nur in Ausnahmefällen „vor Ort" auf dem Campus der JGU stattfinden können. Um unter diesen Umständen ein qualitativ hochwertiges Lehrangebot bereitstellen und eine intensive Betreuung gewährleisten zu können, hat der Arbeitsbereich Ältere Philosophiegeschichte sein Veranstaltungskonzept angepasst: Die Veranstaltungen wurden zahlenmäßig reduziert, werden dafür aber (mit Ausnahme der Vorlesung) jeweils von mehreren Lehrenden gemeinsam betreut und intern unterteilt werden.

Alle Veranstaltungen des Arbeitsbereichs finden als digitale Präsenzveranstaltungen, d.h. synchron zu den angegebenen Zeiten statt. Video-Aufzeichnungen stellen sicher, dass Sie auch unter ungünstigen technischen Voraussetzungen aktiv teilnehmen können.

Videokonferenzen, Aufzeichnungen und Aufgaben, die Sie in freier Zeiteinteilung bearbeiten können, werden über Moodle-Kurse koordiniert werden, zu denen die über Jogustine angemeldeten Studierenden automatisch Zugang haben. Bitte machen Sie sich möglichst vor dem ersten Veranstaltungstermin mit dem Moodle-Kurs und den dort angebotenen Materialien und Hinweisen vertraut. Stellen Sie außerdem sicher, dass Sie über Ihr universitäres Mailkonto ohne Verzögerung erreichbar sind.

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ACHTUNG:

Sollten Sie mehrere Seminare aus dem Bereich der Philosophie der Antike und des Mittelalters belegen wollen, bieten wir Ihnen zwei Proseminare (als PS/HS), vier Hauptseminare (die PS/HS sowie zwei HS/OS) sowie drei Oberseminare an (die HS/OS und ein Kolloquium, das zugleich als Oberseminar geöffnet ist).

Sollte es wegen der Mehrfachzuordnung der Veranstaltungen Probleme geben, können diese individuell gelöst werden; wenden Sie sich dazu an lehre-aephg@uni-mainz.de. Hier erhalten Sie auch Hilfe bei Schwierigkeiten mit unseren Moodle-Kursen. Bitte erleichtern Sie uns die Arbeit, indem Sie solche organisatorisch-technischen Fragen nicht an die persönlichen Mailadressen der Dozierenden richten. Alle Dozierenden des Arbeitsbereichs haben Zugriff auf die genannte Funktionsmailbox.

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SPEZIFISCHE Hinweise zur Veranstaltung


Keine besonderen Voraussetzungen.

Die Veranstaltung ist für Studienanfänger*innen in besonderer Weise geeignet und trägt namentlich den Anforderungen der lehramtsbezogenen Studiengänge Rechnung.

Begleitend und ergänzend zur Vorlesung wird ein Proseminar „,Ich‘ als Thema der Philosophie. Proseminar zur Vorlesung" angeboten, in der die Inhalte der Vorlesung vertieft werden. Beide Veranstaltungen können selbstverständlich unabhängig voneinander (erfolgreich) belegt werden; dennoch wird insbesondere Studienanfängern der parallele Besuch von Vorlesung und Seminar empfohlen.

Kenntnisse der griechischen und lateinischen Sprache werden nicht vorausgesetzt.

Zur aktiven Teilnahme gehören kurze Übungsaufgaben im Laufe des Semesters, die aufgrund der Vorlesung bzw. der bereitgestellten Materialien bearbeitet werden können. Es handelt sich dabei nicht um eine Prüfungsleistung (Modulprüfung) im Sinn der Prüfungsordnung.

Zusätzliche Informationen

Für Studierende der Katholische Theologie – Magister/Magistra theologiae (Modul 5) und Katholische Theologie B.A. Beifach (B6) – entsprechen zwei Teile des Vorlesungszyklus (Winter- und Sommersemester) zusammen den Vorlesungen "Die Frage nach der Welt im Ganzen" und "Philosophische Ethik".

Es wird erwartet, dass in Modul 5 mindestens einmal das Proseminar zur Vorlesung (als Proseminar oder Übung) belegt wird.

Inhalt

Von ihren historischen Anfängen an denkt die Philosophie über systematische Probleme (z. B. über die Prinzipien der Natur, die Strukturen der Wirklichkeit, die Regulierung menschlichen Handelns usw.) nach, indem sie zugleich ihre eigene Geschichte reflektiert. So nimmt etwa schon Aristoteles bei der Formulierung seiner philosophischen Positionen immer wieder Bezug auf ältere Autoren, deren Lehren wir teilweise sogar nur aus solchen Referaten rekonstruieren können. Anders als in vielen anderen wissenschaftlichen Disziplinen, die sich auf eine eher beiläufige Behandlung ihrer eigenen Geschichte beschränken oder auf die Behandlung der Fachgeschichte ganz verzichten können, ist deshalb die die Auseinandersetzung mit der Philosophiegeschichte integraler Bestandteil der Philosophie.

Insbesondere für Studienanfänger ergibt sich daraus die Schwierigkeit, dass bei der Beschäftigung mit systematisch-philosophischen Themen oder mit einzelnen Autoren Kenntnisse der großen philosophiegeschichtlichen Zusammenhänge immer schon vorausgesetzt werden (müssen).

Die Vorlesung, die auf insgesamt vier Semester angelegt ist, versucht dieser Problematik Rechnung zu tragen, indem sie – nicht nur Studienanfängern – einen kursorischen Überblick über zentrale Probleme, Personen und Positionen der Philosophiegeschichte von den Anfängen in der griechischen Antike bis zum Beginn der Frühen Neuzeit vermittelt. Im Vordergrund stehen dabei keine Detaildiskussionen; vielmehr geht es darum, den Hörern eine "Landkarte" an die Hand zu geben, mit deren Hilfe sie Spezialthemen einordnen können.

Im Sommersemester 2021 werde ich in die Philosophie der Spätantike und des beginnenden Mittelalters einführen, dabei aber immer auch die klassisch-antiken Voraussetzungen in den Blick nehmen; dies geschieht, was den systematischen Schwerpunkt angeht, von einem Thema aus, das ich für das Zentrum der spätantiken Philosophie im Allgemeinen und des spätantiken Neuplatonismus halte, - der m.E. als Philosophie des Selbstbewusstseins gelten kann: Aufgebracht hat dieses Thema bereits der „Alkibiades I", der inzwischen überwiegend als authentisches Werk Platons beurteilt wird, jedenfalls aber im mittleren und Neuplatonismus als Einführung in die platonische Philosophie rezipiert wurde: Gefragt, was man wissen und können müsse, um ein guter Politiker zu sein, zeigt Sokrates, dass die Selbsterkenntnis, verstanden als Erkenntnis des Göttlichen (in der Seele) Zentrum aller Theorie und Praxis ist. Im Neuplatonismus Plotins wird daraus die Lehre, der Weg der Selbsterkenntnis, der stufenweise freilegt, was mich eigentlich ausmacht, münde schließlich in die Vereinigung mit dem göttlichen Weltgrund. In christlicher Überformung entwickelt Augustinus daraus – in – „De trinitate" – den ersten großen Entwurf einer „Philosophie des Geistes" und – in seinen autobiographischen „Bekenntnissen" – eine Philosophie des „Ich", die die europäische Denk- und Kulturgeschichte tiefgreifend geprägt hat.

Die Vorlesung ist stark quellenbezogen konzipiert, d. h. es wird nicht handbuchartig und in „Merksätzen" über philosophische Autoren und ihre Texte gesprochen werden; vielmehr werden philosophische Kernprobleme und -positionen aus ausgewählten Textauszügen heraus interpretierend entwickelt und entfaltet werden. In diesem Sinn versteht sich die Vorlesung zugleich als Einführung in die Interpretation philosophischer Texte.

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt
14.04.2021 (Mittwoch)10.15 - 11.45 UhrOnline
21.04.2021 (Mittwoch)10.15 - 11.45 UhrOnline
28.04.2021 (Mittwoch)10.15 - 11.45 UhrOnline
05.05.2021 (Mittwoch)10.15 - 11.45 UhrOnline
12.05.2021 (Mittwoch)10.15 - 11.45 UhrOnline
19.05.2021 (Mittwoch)10.15 - 11.45 UhrOnline
26.05.2021 (Mittwoch)10.15 - 11.45 UhrOnline
02.06.2021 (Mittwoch)10.15 - 11.45 UhrOnline
09.06.2021 (Mittwoch)10.15 - 11.45 UhrOnline
16.06.2021 (Mittwoch)10.15 - 11.45 UhrOnline
23.06.2021 (Mittwoch)10.15 - 11.45 UhrOnline
30.06.2021 (Mittwoch)10.15 - 11.45 UhrOnline
07.07.2021 (Mittwoch)10.15 - 11.45 UhrOnline
14.07.2021 (Mittwoch)10.15 - 11.45 UhrOnline

Semester: SoSe 2021