(Koll) Lehren und Lernen (2)
Dozent:innen: Philipp Dragic; Martina KokolKurzname: Koll LL2
Kurs-Nr.: 05.127.415
Kurstyp: Kolloquium
Inhalt
KOMMENTAR zu (Koll) Lehren und Lernen (2): Wann sollten wir ein Thema kontrovers unterrichten? (Mo 10, Ph. Dragic)Voraussetzungen/Formalia
Das Kolloquium hat keine Voraussetzungen. Das Kolloquium ist als Präsenzveranstaltung auf dem Campus geplant.
Aktive Teilnahme: Entwicklung eines Essays oder Anfertigung und schriftliche Ausformulierung einer Unterrichtsplanung, die gezielt die im Seminar besprochenen Unterrichtsprinzipien berücksichtigt.
Modulprüfung: Die Modulprüfung erfolgt in Form einer mündlichen Prüfung. (Diese findet vermutlich in der ersten Woche der vorlesungsfreien Zeit statt.)
Inhalt
Es scheint auf den ersten Blick Positionen zu geben, in denen wir uns im Philosophie- und Ethikunterricht sicher sein können, dass wir unsere Schüler:innen von deren Richtigkeit überzeugen sollten. Darunter fallen unter anderem die Positionen, dass Menschen gleiche Rechte haben sollten, dass Massentierhaltung ethisch nicht zu vertreten ist, dass wir eine allgemeine Verpflichtung zum Klimaschutz haben usw. Doch wie erkennen wir in weniger eindeutigen Fällen, ob eine Überzeugung direktiv unterrichtet werden sollte? Wann sollte der Unterricht unbedingt einen Überzeugungsversuch unterlassen? Um diese Fragen beantworten zu können, bedarf es eines Entscheidungskriteriums, das selbst wiederum einer eigenen Rechtfertigung bedarf.
Das Kolloquium erarbeitet zentrale Positionen im Streit um die Frage, wann wir unsere Schüler:innen überzeugen sollten. Abschließend wird es um die Frage gehen, wie sich auf dieser Grundlage direktiver oder nicht-direktiver Unterricht gestalten lässt.
Literatur
Anders, Paul / Shudak, Nicholas (2016): Criteria for Controversy: A Theoretic Approach. Thresholds in Education. 39, S. 20-30.
Bailey, Charles (1975): Neutrality and rationality in teaching. In: Bridges, David. / Scrimshaw, Peter (Hg.): Values and Authority in Schools. London, S. 122.
Dearden, Robert (1981): Controversial Issues and the Curriculum. Journal of Curriculum Studies. 13:1, S. 37-44, DOI: 10.1080/0022027810130105.
Drerup, Johannes (2022): Kontroverse Themen im Unterricht. Ditzingen.
Hand, Michael (2008): What Should We Teach as Controversial? A Defense of the Epistemic Criterion. Educational Theory 58:2.
Hand Michael (2014): Directive and non-directive teaching: a reply to Warnick and Smith. Educational Theory. 64:4, S. 425 – 426.
Hess, Diana / McAvoy, Paula (2015): The Political Classroom. London.
Warnick, Bryan R. / Smith, D. Spencer (2014): The Controversy over Controversies: a Plea for Flexibility and for “Soft-Directive” Teaching. Educational Theory. 64:3.
Wehling, Hans-Georg (1977): „Konsens à la Beutelsbach? Nachlese zu einem Expertengespräch. In: Siegfried Schiele / Herbert Schneider (Hr.). Das Konsensproblem in der politischen Bildung. Stuttgart, S. 173 – 184.
Die Literatur wird auch über Moodle zur Verfügung gestellt.
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KOMMENTAR zu (Koll) Lehren und Lernen (2), Mensch-Tier-Verhältnis (neu) denken – Entwicklung von Unterrichtsmodellen für Sek I/II (Mi 12, M Kokol)
Voraussetzungen
Die für die „aktive Teilnahme“ im Sinne der Prüfungsordnung geltenden Anforderungen werden zu Semesterbeginn durch die Dozentin bekannt gegeben.
Inhalt
Wie lässt sich das Mensch-Tier-Verhältnis heutzutage denken? Welche Aspekte umfasst Tierethik und -philosophie im schulischen Kontext des Ethik- und Philosophieunterrichts?
Im Kolloquium wird das komplexe Verhältnis von Mensch und Tier aus anthropologischer, ethischer, sprachphilosophischer und erkenntnistheoretischer Perspektive untersucht. Dabei werden zentrale Leitfragen bearbeitet und weitere Problemstellungen entwickelt.
Die Veranstaltung vermittelt theoretische Grundlagen, methodische Zugänge und praxisnahe Anwendungsfelder dieser Form philosophischer Bildungsarbeit. Ausgewählte Textauszüge aus der Philosophie sowie aus anderen wissenschaftlichen Disziplinen dienen als Grundlage für die Erörterung problembezogener Konfliktfelder. Ziel ist es, die Vielschichtigkeit des Mensch-Tier-Verhältnisses und die daraus resultierenden Implikationen für den schulischen Unterricht sichtbar zu machen.
Das Kolloquium Lehren und Lernen II richtet sich somit an Studierende, die sich vertieft mit der Konzeption von Unterrichtsmodellen und der Reflexion philosophischer Unterrichtsprozesse auseinandersetzen möchten. Neben theoretischen Einführungen bietet die Veranstaltung Raum für praktische Übungen.
Literatur
Die Literaturliste für Impulsreferate und die gemeinsame Erprobung in der Unterrichtspraxis wird mit Semesterbeginn über Moodle zugänglich gemacht. Gelesen werden Auszüge aus Werken von: Aristoteles, Kant, Bentham, Schweitzer, Singer, Diamond, Crary, Nussbaum, Korsgaard (genauere Angaben folgen zu Semesterbeginn) sowie aus: Paus, M. (2023). EinFach Philosophieren – Mensch und Tier: Unterrichtsmodelle (1. Aufl.). Westermann Bildungsmedien Verlag.