Aktuelles der Maurice-Blondel-Forschungsstelle

Übersetzung:

 

 

 

 

Maurice Blondel

L'Action - Die Tat (1893). Versuch einer Kritik des Lebens und einer Wissenschaft der Praxis. Freiburg / München 2018, Verlag Karl Alber. 632 Seiten. ISBN: 978-3-495-48874-4

Aus dem Französischen übertragen von Dr. Anton van Hooff unter Mitarbeit von Ruth Beisel. Mit einem Geleitwort von Karl Kardinal Lehmann. Mit einem Vorwort von Stephan Grätzel.

L'Action - Die Tat gilt als das Hauptwerk Blondels. In diesem "Versuch" entfaltet er, methodisch und thematisch, die Grundzüge eines "neuen Denkens". Das Ist-Zeichen in der Gleichsetzung des Parmenides ersetzt er durch die Tat, denn das abstrahierende Denken kann die konkrete Lebensrealität nie erschöpfend erfassen. Nur in unseren Taten vermögen wir uns mit der konkreten Wirklichkeit wechselseitig auszutauschen und zur Vollendung zu gelangen. Die Tat ist "concretum universale", Band und Bindeglied schlechthin. Alle Aspekte menschlichen Lebens sowie der gesamten Wirklichkeit sind der Tat als ihre Elemente immanent. Blondel entfaltet sie auf serielle Weise in einer umfassenden Philosophie des Willens. Er geht dabei ausdrücklich phänomenologisch vor. Was alles ergibt sich aus der bloßen Tatsache, dass der Wille will? So zeigt er auch auf, dass religiöses Tun eine philosophisch unleugbare Tatsache ist. Die phänomenologische Begründung metaphysischer Wahrheit schließt den Denkweg ab. Breiten Raum nehmen die Überlegungen zum Entscheidungscharakter der Tat ein.

 

In Vorbereitung:

 

 

 

 

Michel Henry

Aus dem Französischen von André Hansen
Herausgegeben von Stephan Grätzel.  Freiburg / München 2018. Verlag Karl Alber, 784 Seiten. ISBN 978-3-495-48948-2

In dem frühen Hauptwerk "L’essence de la manifestation" (1963) legt Henry die Grundlagen für seine Lebensphänomenologie. Er setzt sich dabei kritisch mit Husserls Phänomenologie auseinander und führt sie maßgeblich weiter. Zeigt sich in der Phänomenologie von Anfang an die enge Verbundenheit zwischen französischer und deutscher Geisteskultur, so festigt Henry dieses Band ein weiteres Mal, indem er die Frage nach dem Ursprung von Husserls Intentionalität stellt. Henry bereichert diese Diskussion durch die philosophische Verwendung des französischen Begriffs manifestation, der in der Terminologie der deutschen Philosophie nicht vorkommt und für den es auch sonst keine eindeutige Entsprechung im Deutschen gibt. Dieses Titelwort seines Hauptwerkes entwickelt Henry aber gerade aus dem Deutschen, indem er auf den Begriff der Erscheinung von Hegel zurückgeht und ihn zugrunde legt. Mit dem Titel der deutschen Übersetzung In-Erscheinung-Treten wird Henrys Anliegen deutlich gemacht, die Differenz zwischen Leben und Welt aufzuzeigen. Das Leben ist nicht Teil der Welt, es tritt aber in der Welt in Erscheinung. Es ist deshalb nicht von der Welt her zu begreifen, sondern kann von sich selbst her als transzendentales Leben philosophisch erschlossen werden.

 

Übersetzung:

  Maurice Blondel

Der philosophische Weg. Gesammelte Betrachtungen, herausgegeben von Frédéric Lefèvre

Eingeleitet und übersetzt von Patricia Rehm. Freiburg im Breisgau 2010. Verlag Karl Alber, 184 Seiten. ISBN: 978-3-49548-294-0

In diesem fiktiven Interview, das Maurice Blondel 1928 als eigenständiges Werk veröffentlichen ließ, stellt er die Grundzüge seiner Philosophie vor, wie sie vor allem in seinem Hauptwerk "L'action" (1893) dargelegt wurde, und gibt hier bereits einen Ausblick auf seine Trilogie "La pensée" (1934), "L'action" (1937), "L'être et les êtres" (1935). Blondel plädiert für eine Philosophie als Grundlagenforschung für andere Wissenschaften auf der Basis der Grundbegriffe: Denken, Handlung und Sein. Jeder dieser Begriffe kann zwar allein bestehen und verstanden werden, eine wissenschaftliche Qualität ergibt sich aber erst, wenn sie miteinander verbunden werden. So ist das Denken nur ein Teil der Handlung, diese wiederum zugleich das Wesen des Seins, welches allein durch das Denken erkannt werden kann. Blondel stellt auch eine Verbindung von Philosophie und Theologie her, insofern als für ihn Gott das höchste Sein ist, dessen Wrikung aber nur durch die Aktivität und damit durch Handlung in der Welt erkennbar wird.